Kurzfassung. Permakultur ist im Berner Jura anwendbar, sofern die allgemeinen Prinzipien an die lokalen Einschränkungen angepasst werden: lange Winter, späte Fröste, Kalkböden, Nordwestwinde. Permajardin, gegründet 2021 von Arnaud Eichenberger, ist der einzige Gärtner des Berner Juras, der Permakultur als Hauptpraxis positioniert. Dieser Führer bündelt das auf Baustellen von Tavannes bis Biel, von Moutier bis in die Freiberge gesammelte praktische Wissen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Grundprinzipien der Permakultur
- Das jurassische Klima und seine spezifischen Einschränkungen
- Für den Berner Jura geeignete Pflanzen
- Nützliche Pflanzenkombinationen
- Mulchen und lebendiger Boden
- Wassermanagement
- Der ans Jura angepasste Waldgarten
- Häufige Fehler in der jurassischen Permakultur
- Fallstudien: lokale Beispiele
- Mit Permajardin handeln
- Häufige Fragen
- Quellen und Referenzen
Die Grundprinzipien der Permakultur
Permakultur ist ein Ansatz zur Gestaltung nachhaltiger Systeme, inspiriert von natürlichen Ökosystemen. Der Begriff wurde von Bill Mollison und David Holmgren in Australien in den 1970er Jahren formalisiert, aber die Praktiken, die er beschreibt, sind in den landwirtschaftlichen Traditionen der ganzen Welt verankert, auch im Jura.
Die drei Ethiken
Jede Entscheidung in der Permakultur bezieht sich auf drei grundlegende Ethiken:
- Für die Erde sorgen: Lebende Systeme, Boden, Wasser, Luft, Biodiversität schützen und wiederherstellen.
- Für die Menschen sorgen: den Bedürfnissen aller mit Würde nachkommen.
- Gerecht teilen: Überschüsse umverteilen statt anhäufen.
Diese Ethiken sind keine Slogans. Sie übersetzen sich in konkrete Entscheidungen: kein Glyphosat verwenden, weil es das Bodenleben vernichtet, einen Garten gestalten, der mehr produziert als er verbraucht, lokale Pflanzen statt exotischer Arten mit hohem Invasionsrisiko wählen.
Die zwölf Gestaltungsprinzipien
Holmgren hat zwölf operative Prinzipien formalisiert. Die nützlichsten im Kontext des Berner Juras:
Beobachten vor dem Handeln. Mindestens ein Jahr damit verbringen, ein Grundstück zu beobachten, bevor massiv eingegriffen wird. Die Richtung des vorherrschenden Winds, die Zonen mit späten Frösten, die Wasserstaupunkte, die warmen Nischen an einer südexponierten Mauer: jedes Grundstück hat seine Besonderheiten, die die Beobachtung aufdeckt.
Energie auffangen und speichern. Sonnenenergie, Regenwasser, Wandwärme: sie in den Strukturen des Gartens speichern, um sie bei Bedarf wieder abzugeben.
Einen Überschuss produzieren. Ein Permakulturgarten nährt seine Bewohner, die Tiere und die Insekten, die dort leben, und regeneriert seine eigenen Ressourcen (Kompost, Samen, Mulch).
Jedes Element erfüllt mehrere Funktionen. Ein Baum ist nicht nur ein Obstproduzent. Er ist auch ein Windschutz, eine Behausung für Vögel, ein Stickstoffbinder, wenn es eine Leguminose ist, eine Quelle für Schnittholz und eine Stützkonstruktion für Kletterpflanzen.
Integrieren statt trennen. Die Elemente des Gartens interagieren. Ein isoliertes Gemüse ist weniger resilient als ein Gemüse, das in eine Hecke, einen Apfelbaumfuss und einen Komposthaufen integriert ist.
Das jurassische Klima und seine spezifischen Einschränkungen
Permakultur praktiziert sich nicht gleich in Bordeaux, Toulouse oder im Tavannes-Tal. Der Berner Jura hat seine eigenen Einschränkungen, die jedes Permakultur-Projekt berücksichtigen muss.
Die Höhe und die Winter
Das Tavannes-Tal liegt zwischen 600 und 800 Metern über Meer. Die Freiberge gipfeln bei 1 000 bis 1 100 Metern. In diesen Höhen sind die Winter lang, Fröste von Oktober bis April häufig, und die letzten Nachtfröste können bis Mai in eingekesselten Lagen auftreten.
Praktische Konsequenz: winterharte Sorten mit geringem Wärmebedarf bevorzugen. Mediterrane Arten vermeiden (Rosmarin, Lavendel in exponierten Lagen, Olivenbaum), ausser in sehr geschützter und günstiger Exposition. Das Herzstück der Permakultur-Essenzarten des Berner Juras muss aus einheimischen oder lange naturalisierten Arten bestehen.
Die späten Frühjahrsfröste
Der Frost um Mitte Mai (Eisheilige, 11. Mai) ist eine Realität im Berner Jura. Talgründe und nordseitige Lagen bleiben ein bis zwei Wochen länger gefährdet als südexponierte Hänge.
Praktische Konsequenz: frostempfindliche Kulturen (Tomaten, Kürbisse, Bohnen, Basilikum) erst nach dem 15. Mai im Tal, nach dem 20. Mai in Höhenlagen pflanzen. Bis zu diesem Datum Vlies als Schutz verwenden, falls nötig.
Die Kalkböden
Kalk ist das dominierende Gestein des Berner Juras. Die Böden sind oft flachgründig über dem Muttergestein, im Sommer gut drainierend und nährstofffiltend. Der pH ist oft basisch (7 bis 8), was die Verfügbarkeit bestimmter Spurenelemente wie Eisen und Mangan einschränkt.
Praktische Konsequenz: reifen Kompost einarbeiten, um den Boden leicht anzusäuern und zu nähren. Kalkfeindliche Pflanzen (Heidelbeeren, Rhododendren, Kamelien) im Freiland ohne spezifische Bodenverbesserung vermeiden. Grosszügig mulchen, um die flachgründigen Böden vor sommerlicher Austrocknung zu schützen.
Die vorherrschenden Winde
Der vorherrschende Wind kommt aus Nordwesten in den meisten Tälern des Berner Juras. In der Höhe kann der Wind anhaltend und austrocknend sein, besonders in den Freibergen.
Praktische Konsequenz: Windschutzhecken auf der Nordwestseite des Gartens anlegen. Einheimische Hecken mit natürlicher Struktur (Hainbuche, Hasel, Schneeball, Spindelstrauch, Schlehdorn) sind am wirksamsten und dauerhaftesten.
Für den Berner Jura geeignete Pflanzen
Liste der in Permakultur-Gärten des Berner Juras bewährten Arten, aus der Erfahrung von Permajardin auf seinen Baustellen.
Obstbäume und Beerensträucher
- Apfelbäume: die Basis des jurassischen Obstgartens, mit Bevorzugung alter lokaler krankheitsresistenter Sorten (Graue Reinette, Boskoop, Gravensteiner).
- Birnbäume: in geschützter Exposition positionieren.
- Pflaumenbäume: sehr winterhart, anspruchslos, ertragreich auch in der Höhe.
- Kirschbäume: hervorragend, wenn Blütenfrost vermieden wird (Pflanzung am Südhang).
- Haselnusssträucher: einheimisch, sehr winterhart, nährstoffreicher Strauch für die Tierwelt und Windschutz.
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra): schnelles Wachstum, nektarreiche Blüten im Juni, Beeren im September, verträgt Kalkboden, wächst überall.
- Johannisbeere und Stachelbeere: ertragreich ab dem zweiten Jahr, verträgt arme Böden.
- Himbeere: besiedelt Waldränder, ideal im lichten Unterholz.
Nützliche Stauden und Permakulturpflanzen
- Beinwell (Symphytum officinale): Königin der Permakultur, tiefe Wurzeln, die Mineralien hochholen, Blätter als Mulch, Kompostaktivator, nektarreich.
- Borretsch (Borago officinalis): Einjährige, die sich selbst aussät, blaue nektarreiche Blüten, Begleitpflanze der Tomaten.
- Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus): Bodendecker, Begleitpflanze des Gemüsegartens, natürliches Abwehrmittel gegen Blattläuse, essbar.
- Tagetes (Tagetes sp.): natürliche Nematizide, hervorragende Begleitpflanze der Tomaten und Paprika, nektarreich.
- Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium): einheimisch, nektarreich, zieht Nützinsekten an (Schwebfliegen, Schlupfwespen).
- Brennnessel (Urtica dioica): Wirtspflanze vieler Schmetterlinge, kräftiger Flüssigdünger, Anzeiger für stickstoffreichen Boden.
- Klette (Arctium lappa): Pionierpflanze, die verdichtete Böden mit ihren langen Wurzeln auflockert.
- Baldrian (Valeriana officinalis): nektarreich, zieht Regenwürmer an, wächst auf feuchtem Boden.
Geeignete Gemüse
- Topinambur (Helianthus tuberosus): ertragreich, ohne Bewässerung, Windschutz, an Rändern anlegen, da invasiv.
- Spargel: Produktion über 15 bis 20 Jahre, winterhart, gut für gut drainende Böden.
- Rhabarber: unverzichtbar im Jura, sehr winterhart, reiche Produktion, wenig Aufwand.
- Lauch: hervorragendes Wintergemüse für den Berner Jura.
- Grünkohl (Kale): verträgt Frost bis -10 °C, Produktion im Winter, wenn der Gemüsegarten leer ist.
- Feldsalat und Spinat: für den Wintergemüsegarten, Herbstaussaat.
Winterharte Kräuter
- Thymian: widerstandsfähig bei warmer Exposition und gut drainendem Boden.
- Salbei: in geschützter Exposition.
- Minze: sehr winterhart, einzäunen, um Ausbreitung zu vermeiden.
- Schnittlauch: unzerstörbar, nektarreich in der Blüte.
- Petersilie und Kerbel: zweijährig, die sich selbst aussäen.
Stickstoffbindende Pflanzen
- Schwarzerle (Alnus glutinosa): Pionier der Feuchtgebiete, Stickstoffbinder, ideal am Bachufer oder vernasster Zone.
- Weide (Salix sp.): Regulator der Feuchtgebiete, schnelles Wachstum, natürlicher Mulch aus den Schnitten.
- Weissklee und Rotklee: Gründüngung, Bodenschutz, Bienennahrung.
- Wicke: hervorragende Wintergründüngung, bindet Stickstoff und zersetzt sich im Frühling schnell.
Nützliche Pflanzenkombinationen
Pflanzenkombinationen stehen im Herzen der Permakultur. Sie ermöglichen es, Schädlingsprobleme zu reduzieren, die Bodenertragskraft zu verbessern und den Raum zu optimieren.
Im Gemüsegarten validierte Kombinationen
- Tomaten + Basilikum + Kapuzinerkresse: Basilikum wehrt bestimmte Schädinsekten ab, Kapuzinerkresse zieht Blattläuse von den Tomaten weg.
- Möhren + Lauch: Mohrenfliegen werden vom Geruch des Alliums abgewehrt.
- Bohnen + Kapuzinerkresse: Kapuzinerkresse zieht schwarze Blattläuse von den Bohnen weg.
- Kürbis + Bohnen + Mais (die drei Schwestern): Mais dient als Kletterstütze für die Bohnen, Bohnen binden Stickstoff, Kürbis bedeckt den Boden und begrenzt Unkraut.
- Salate + Hochpflanzen: Salate schätzen im Sommer Halbschatten, am Fuss der Tomaten positionieren.
Begleitpflanzen des Obstgartens
- Beinwell unter Obstbäumen: Die grossen Blätter legen sich als natürlicher Mulch flach, Wurzeln holen Kalium hoch.
- Borretsch als Untergeschoss: zieht Bestäuber an, die für den Fruchtansatz benötigt werden.
- Schafgarbe an den Rändern: zieht Räuberinsekten an, die Schädlinge fressen.
- Frühlingszwiebeln (Narzissen, Trauben-Hyazinthen): wehren Nagetiere um die Stämme ab.
Mulchen und lebendiger Boden
Mulchen ist die einfachste und wirkungsvollste Permakulturgeste. Permajardin empfiehlt und wendet sie auf allen seinen Baustellen an, von Staudenbeeten bis zu Permakultur-Gemüsegärten, einschliesslich Obstbaumfüssen.
Warum nackter Boden ein Problem ist
Nackter Boden ist exponierter Boden: Erosion durch Regen, Austrocknung durch Sonne und Wind, Verdichtung durch Durchfahrt und Schlechtwetter. Die meisten traditionellen Gärten pflegen nackte Bodenbereiche zwischen den Pflanzen. In der Permakultur ist das nicht mehr akzeptabel.
Die Natur hat nie nackten Boden. Waldränder, Wiesen, Bachufer: alles ist bedeckt. Der Permakulturgarten imitiert diese Logik.
Mulchmaterialien im Berner Jura
- Hackschnitzel (BRF): gewonnen durch Häckseln der Schnittäste. Ideal für Beete, Obstbaumfüsse, Wege. Zersetzt sich langsam und nährt die Mykorrhizapilze, die Verbündeten der Holzpflanzen sind.
- Getreidestroh: wirtschaftlich, bei lokalen Landwirten erhältlich, ideal für den Gemüsegarten. Zersetzt sich in einer Saison.
- Zerkleinertes Laub: Verwertung des Gartenabfalls. Eichen- und Buchenblätter, reichlich im Jura vorhanden, sind besonders nährreich.
- Halbreifer Kompost: nahrhafte Versorgung gleichzeitig mit Bodenschutz. Für Bereiche reservieren, die bereichert werden müssen.
- Getrockneter Rasenschnitt: in dünner Schicht verwenden, gemischt mit gröberem Material, sonst Verdichtungsgefahr.
Das «No-dig» (ohne Umgraben)
Permakultur stützt sich zunehmend auf das Gärtnern ohne Umgraben. Der Boden ist ein lebendes Ökosystem mit horizontalen Schichten und komplexen Mykorrhizanetzwerken, die das Umgraben jedes Jahr zerstört. «No-dig» schützt diese Netzwerke, indem der Boden nur an der Oberfläche bearbeitet wird.
In der Praxis bedeutet das, Karton auf zu rodenden Bereichen auszulegen, um Unkraut zu ersticken, und dann mit einer dicken Kompostschicht zu bedecken. In wenigen Monaten wird der Boden unter dem Karton von Regenwürmern und Mikroorganismen transformiert.
Wassermanagement
Wasser ist eine Ressource, die sorgfältig aufgefangen, gespeichert und verteilt werden muss. Im Berner Jura sind die jährlichen Niederschläge in der Regel ausreichend (900 bis 1 200 mm je nach Exposition), aber ihre Verteilung ist unregelmässig: feuchtes Frühjahr, manchmal trockener Sommer, wieder regnererischer Herbst.
Regenwasserrückgewinnung
Eine 1 000 bis 5 000 Liter fassende Regenwasserzisterne, die an die Dachrinnen eines Gebäudes angeschlossen ist, ermöglicht die Bewässerung eines 50 m² Gemüsebeetes über mehrere Wochen Trockenheit. Das ist eine einfache Investition, die die Abhängigkeit vom kommunalen Netz reduziert und Bewässerungskosten einspart.
Swales (Sickergraben)
Swales sind Gräben, die entlang von Höhenlinien gegraben werden, senkrecht zum Hang. Sie fangen Oberflächenwasser auf und lassen es langsam vor einer Pflanzung in den Boden eindringen. Im Berner Jura in Gärten wenig verwendete, aber bei Hanglage sehr wirksame Technik.
Bewusst angelegte Feuchtbereiche
Ein Biotop oder ein kleiner natürlicher Teich im Garten bildet einen Wasser- und Biodiversitätsreservoir. Permajardin legt natürliche Wasserflächen ohne chemische Mittel an, mit einheimischen Wasserpflanzen und auf biologischem Gleichgewicht basierendem Management.
Tropfbewässerung
Für Permakultur-Gemüsegärten ist die mit der Regenwasserzisterne verbundene Tropfbewässerung die wasser- und zeitsparsamste Lösung. Permajardin installiert sie auf Anfrage für die von ihm gepflegten Gemüsegärten.
Sprinklerbewässerung vermeiden
Sprinkler auf dem Laub begünstigt Pilzkrankheiten, besonders Mehltau auf Tomaten und Kartoffeln. Bewässerung am Fuss, per Tropfbewässerung oder Giesskanne, ist immer vorzuziehen.
Der ans Jura angepasste Waldgarten
Der Waldgarten ist einer der komplexesten und produktivsten Ausdrücke der Permakultur. Er reproduziert die Struktur eines natürlichen Waldes auf mehreren Etagen, vom Grossbaum bis zum Bodendecker, über Sträucher, Stauden, Kletterpflanzen und Rhizome.
Die 7 Etagen
- Etage 1, oberes Kronendach: grosse Obstbäume (Apfel, Birne, Kirsche) oder Holzbäume (Erle, Esche, Linde).
- Etage 2, unteres Kronendach: mittelgrosse Bäume (Pflaumenbaum, Haselnuss als Baum, Vogelbeere).
- Etage 3, Sträucher: Johannisbeere, Stachelbeere, Holunder, Roter Hartriegel.
- Etage 4, Krautschicht: Beinwell, Schafgarbe, Fenchel, Baldrian, Brennnessel.
- Etage 5, Bodendecker: Klee, kriechender Thymian, Erdbeere, Kapuzinerkresse.
- Etage 6, Rhizome: Topinambur, Spargel, Knoblauch, Rhabarber.
- Etage 7, Kletterpflanzen: Kiwi (kälteresistente Actinidia arguta), Weinrebe (winterharte Sorten), Hopfen.
Anpassung an den Berner Jura
Ein klassischer Waldgarten für Südfrankreich würde im Tavannes-Tal nicht funktionieren. Die notwendigen Anpassungen:
- Leichteres Kronendach, um Licht in einem weniger sonnigen Klima durchzulassen.
- Wahl von Obstbäumen mit geringem Wärmebedarf für die Reife.
- Etage 7 auf winterharte Kletterpflanzen beschränkt (Hopfen, Actinidia arguta, frostresistente Weinrebe).
- Pflanzung des oberen Kronendachs an den Nordgrenzen des Gartens, um Produktionsbereiche nicht zu beschatten.
- Anlage offener besonnter Bereiche für wärmeliebende Einjährige.
Ein Waldgarten im Berner Jura braucht 5 bis 10 Jahre, um seinen vollen Ausdruck zu erreichen. Es ist ein langfristiges Projekt, das Geduld und schrittweise Anpassung erfordert. Permajardin begleitet diese Art von Projekt von der Planung bis zur mehrjährigen Begleitung.
Häufige Fehler in der jurassischen Permakultur
Pflanzen ohne Beobachten
Den Permakulturgarten im ersten Frühling anlegen, ohne die Dynamik des Grundstücks beobachtet zu haben: Spätfrostzonen, Sonnenfallen, Wasserstaupunkte. Dieser Fehler kostet tote Pflanzen und verlorene Zeit.
Permakultur mit Verwilderung verwechseln
Permakultur ist nicht der verwahrloste Garten. Ein Permakulturgarten wird anders als ein klassischer Garten gepflegt, aber er wird gepflegt. Schnitte, Mulchzugaben, Management der Kombinationen, Beobachtung von Ungleichgewichten: all das erfordert Zeit und Aufmerksamkeit, besonders in den ersten Jahren.
Alles in einer Saison ändern wollen
Die Umstellung auf einen Permakulturgarten ist ein Prozess von mindestens 3 bis 5 Jahren. Der Versuch, alles in einer Saison umzuwandeln, führt oft zu einem chaotischen und entmutigenden Garten. Die Methode von Permajardin ist progressiv: man fängt mit den einfachsten und sichtbarsten Bereichen an, beobachtet und passt an.
Nicht ans Klima angepasste Arten pflanzen
Permakultur-Blogs sind voll von Fotos mediterraner Gärten. Zitronenbaum, Olivenbaum, Feige: prächtig im Süden, ungeeignet in Tavannes ohne Winterschutz. Jedes Klima hat seine eigenen Permakultur-Essenzarten. Die in diesem Führer aufgeführten sind im Berner Jura bewährt.
Nachbarn und gesetzliche Nutzungen ignorieren
Einige Permakulturpflanzen können auf das Nachbargrundstück übergreifen (Topinambur-Rhizome, von Vögeln getragene Holundersamen). Permajardin positioniert potenziell invasive Arten immer unter Beachtung der Grundstücksgrenzen und der kantonalen Rechtsregeln.
Fallstudien: lokale Beispiele
Permakultur-Gemüsegarten in Moutier
Ein Kunde aus Moutier wollte seinen klassischen Garten mit Rasen und einigen Rosenstöcken in einen produktiven und natürlichen Bereich umwandeln. Permajardin begann mit einer Beobachtungsphase und stellte dann einen schrittweisen Umwandlungsplan für drei Jahre auf.
Erste Saison: Anlage eines No-Dig-Kulturbetts auf einer 20 m² Zone, Pflanzung ans Jura angepasster Gemüse-Einjährigen, Installation der Regenwasserrückgewinnung.
Zweite Saison: Pflanzung der Strauchsetage (Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren), Zugabe nützlicher Stauden (Beinwell, Borretsch, Kapuzinerkresse), Ausweitung des Mulchens auf alle Beete.
Dritte Saison: erste Bilanz, Anpassung der Kombinationen, Pflanzung der ersten Obstbäume im Halbhochstamm, Installation des Komposters.
Ergebnis: Ein Garten, der Gemüse, Obst und Kräuter von Mai bis November produziert, keinerlei chemische Behandlung erhält, und dessen Pflegeaufwand verglichen mit dem anfänglichen klassischen Garten um die Hälfte reduziert ist.
Windschutzhecke in den Freibergen
Ein Grundstückseigentümer aus den Freibergen hatte ein dem Nordwestwind sehr ausgesetztes Grundstück mit armem, flachgründigem Boden. Das Ziel war, einen funktionellen Windschutz zu schaffen und gleichzeitig die lokale Biodiversität zu fördern.
Permajardin pflanzte eine 35 Laufmeter lange einheimische Hecke aus Hainbuche, Hasel, Schneeball, Schlehdorn, Holunder und Spindelstrauch, in natürlicher Struktur mit freier Silhouette. Ohne Glyphosat wurde das Jäten der ersten Jahre durch Thermalbrennen durchgeführt.
Ergebnis nach drei Jahren: dichte Hecke, Meisen- und Grasmückennester, reiche Frühblüte, ökologischer Korridor für Igel. Das Grundstück ist hinter der Hecke im Sommer wie im Winter merklich temperierter.
Mit Permajardin handeln
Permajardin ist der Permakultur-Gärtner des Berner Juras, gegründet 2021 von Arnaud Eichenberger, in Loveresse im Tavannes-Tal ansässig. Das Unternehmen ist in Tavannes, Moutier, Saint-Imier, Tramelan, Reconvilier, Corgemont, Sonceboz, Biel, Delsberg und in den Freibergen tätig.
Permajardin verwendet weder Glyphosat noch nicht unverzichtbare chemische Behandlungen. Die Unkrautbekämpfung erfolgt durch Thermalbrennen. Offerten werden detailliert Zeile für Zeile erstellt, kein undurchsichtiger Pauschalpreis.
Ob Sie einen einfachen Permakultur-Gemüsegarten, einen vollständigen Waldgarten oder die schrittweise Umwandlung Ihres klassischen Gartens wünschen, Permajardin begleitet Sie von der Planung bis zur mehrjährigen Begleitung.
Häufige Fragen
Ist Permakultur für kleine Gärten im Berner Jura geeignet?
Ja. Permakultur ist nicht grossen Anwesen vorbehalten. Ein 20 m² Gemüsegarten kann nach den Prinzipien der Permakultur konzipiert werden: Pflanzenkombinationen, Mulchen, Wasserrückgewinnung, Kompostierung. Die Ergebnisse sind oft spektakulär selbst auf kleinen Flächen.
Wie viele Jahre braucht ein Permakulturgarten, um autonom zu sein?
Ein vollständiger Waldgarten erreicht sein Gleichgewicht in 5 bis 10 Jahren. Ein Permakultur-Gemüsegarten ist ab der ersten Saison produktiv. Die vollständige Umstellung eines klassischen Gartens dauert generell 3 bis 5 Jahre, wenn sie schrittweise durchgeführt wird.
Muss man unbedingt auf einen Rasen verzichten, um Permakultur zu betreiben?
Nein. Permakultur schreibt keine absoluten Regeln vor. Ein gepflegter Rasenbereich, wenn er einem echten Nutzungsbedarf entspricht (Kinderspiel, Ruhebereich), kann mit Permakulturbereichen koexistieren. Die Frage lautet eher: den Rasen auf die Flächen beschränken, die ihn wirklich benötigen, und den Rest umwandeln.
Was ist der Unterschied zwischen Permakultur und biologischem Gartenbau?
Biologischer Gartenbau verbietet synthetische Chemieprodukte und versucht, den Boden auf natürlichem Weg zu nähren. Permakultur integriert diese Dimension, geht aber weiter: Sie konzipiert den Garten als ein von natürlichen Ökosystemen inspiriertes System, mit Interaktionen zwischen Elementen, Recycling-Schleifen und einer langfristigen Vision.
Verwendet Permajardin Pflanzenschutzmittel?
Nein, ausser in streng notwendigen und gesetzlich geregelten Ausnahmefällen. Permajardin verwendet weder Glyphosat noch präventive chemische Behandlungen. Die Unkrautbekämpfung erfolgt durch Thermalbrennen. Zugelassene Behandlungen (Kupfer gegen Schorf zum Beispiel) werden nur angewendet, wenn keine Alternative verfügbar ist und die Situation es rechtfertigt.
Ist Permakultur bei der Anlage teurer als klassischer Gartenbau?
Die Erstanlage eines Permakulturgartens kann etwas höher sein als ein klassischer Garten, insbesondere für die Installation des Mulchs, der Hecken und der Wasserrückgewinnungssysteme. Hingegen sind die jährlichen Unterhaltskosten ab dem dritten Jahr deutlich niedriger, weil sich der Boden von selbst verbessert und Unkraut durch Mulch und Bodendecker eingedämmt wird.
Kann Permajardin Grundstückseigentümer schulen, ihren Permakulturgarten selbst zu pflegen?
Ja. Permajardin schlägt im Rahmen seiner Unterhaltsverträge Momente der Weitergabe von Gesten und Wissen vor. Wir erklären, was wir tun und warum, damit die Eigentümer schrittweise bestimmte Aufgaben selbst übernehmen können, wenn sie es wünschen.
Welche Permakultur-Zertifikate besitzt Permajardin?
Permajardin übt den Beruf des Gärtners seit 2021 aus, mit einer Schweizer Berufsausbildung und direkter Erfahrung auf Baustellen von Tavannes bis Biel. Permakultur ist eine Praxis, die auf dem Feld entwickelt wurde. Es gibt derzeit kein kantonales oder eidgenössisches schweizerisches Permakultur-Zertifikat.
Quellen und Referenzen
- JardinSuisse BEJUNE: jardinsuissebejune.ch (Branchenreferenz, Jura und Berner Jura)
- Pro Natura, Projekt Willkommen im Naturgarten: pronatura.ch (Biodiversität im Garten)
- Bundesamt für Landwirtschaft (BLW): Informationen über invasive Pflanzen und in der Schweiz zugelassene Behandlungen
- Kanton Bern, Richtlinien für Hecken und Rückschnitt: anwendbares Berner Kantonsrecht für den Berner Jura
Führer verfasst von Arnaud Eichenberger, Gründer von Permajardin. Erstpublikation: 25. April 2026. Geplante Aktualisierung: April 2027.
Weiterführendes: Gartenkalender Monat für Monat | Artikel: Gartenerwachen im Mai | Unsere Referenzen